Buenos hat gerufen Teil II

… so,wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Wohung und alles vor der Tuer. Ja, wir begannen unsere Tage immer so gegen 11 mit einem kleinen Fruehstueck in einem der gemuetlichen Cafés: para me Café con leche y medialunas con jámon y queso. Auf deutsch: Milchkaffee mit Croissantes mit Kochschinken und Kaese heiss gemacht. Echt lecker, obwohl wir wirklich nicht in Frankreich sind! Aber mindestens genaus so gemuetlich und urig kann es sein :) Dann sind wir losgezogen: am Samstag mittags die Bustour, spaeter einen Fussgaengerzonenbummel. Abends sind wir um di Ecke in einen neu gestalteten Block gegangen, der mit den verschiedensten Bars und Restaurants bestueckt war. Ja, und iwr haben das mit der Livemusik gefunden und wurden mit netter Blues und Jazzmusik beschallt. Es war eine lustige Familienkombo aus 5 Leuten, und der Senior hatte lange, graue Haare und hat am meisten gerockt. Je juenger die Kerle, desto kuerzer wurden die Haare :)

Auf jeden Fall ist dieser Block sehr empfehlenswert fuer mehrere Abende um einfach mal n bissl auszuprobieren, was es dort noch gibt! (Ich glaub, die Strasse hiess Montevideo) Wir sind danach aufgebrochen (es war inzwischen 0.00 durch.. jaja, da steht Ihr fast wieder auf, ich weiss!) um das „El Alamo“ zu finden, denn dort feierten die WG-Leute in Ennos Geburtstag rein. Wir fanden eine nette Bar mit alternativer Musik und interessanten Cocktails :) … allerdings ohne unsere Leute. Macht aber nichts, wir haben dann halt allein n bissl getrunken und unseren Aufenthalt in Buenos gefeiert. Um halb 3 sind wir dann Richtung Heimtat gefahren, denn die schlechte Nacht im Bus forderte ihren Tribut. Sonntag um 11 waren wir mal wach, dann lecker Fruehstuck. Danach sind nach San Telmo gefahren um auf dem bekannten Troedelmarkt zu troedeln. War nett, aber teuer und n bissl kalt. Also auf nach Recoleta zu dem Cementorio, Eva Perón suchen. Die Fotos von dem Friedhof vermitteln einen kleinen Eindruck,wie krass es dort ist. Der Friedhof ist sehr exklusiv fuer die Gutbetuchten der Stadt, und jeder baut so toll wie er kann. Manche Graeber sind aus dem 19ten Jahrhundert. Manche Saerge,die dort sichtbar stehen, haben echt eine 1830, oder so, dranstehen. Ein bissl unheimlich. Und dann diese vielen Katzen… Seelenbegleiter? Danach schledern ueber den Kuenstlermarkt vor dem Friedhof, und entdecken einer Reagge-Liveband auf der anderen Strassenseite. Und damit hatte ich meinen Beweis: es gibt sie doch, die alternative Dreadlockgruppierung! Soooo viele alternative Leute auf einem Haufen… hab ich das letzte Mal auf dem Siggi gesehen beim Stadtteilfest! Es war dort jedenfalls super nett, die Musik ok, die Leute sehr interessant, die Sonne war gnaedig, aber der Wind leider nicht. Ich wuerd gern im Sommer wiederkommen und dann mit meinem Mateteebecher unter dem grossen Fiskusbaum im Schatten liegen und den Tag geniessen! :) Die Stadt erhaelt wieder 10 Punkte in der Wertungslise!

Abends stand dann das besagte Asado an. Wir 10 Deutsche und ca 7 Argentinier. Erst krasse Gruppentrennung, und wir 3 fuehlten uns etwas unwohl, denn die anderen fanden irgendiwe ihre Leute zum reden, oder quakten miteinander auf Spanisch.. nur wir halt nicht. Wir waren halt die ganz fremden. Erst als das Essen kam und etwas mehr Quilmes geflossen war, wurde es besser. Irgendein Kerl (Julian) wagte sich an Anja ran und liess sie so schnell nicht mehr aus den Faengen. Immerhin ist sie ja der deutsche Traum der Argentinier: blond, schlank, deutsch. ;)   Spaeter war auch einer mutig und fragte mich wegen meiner Haare, wie ich das gemacht haette. Ja, naja, und dann wurde es fast anstrengend, denn vorallem die Jungs gaben uns all ihre Aufmerksamkeit, stellten Fragen und gaben sich alle Muehe mit gebrochenem Englisch. Wir haben Salsa getanzt und wurden nach allen Regeln der Gentlemankunst versorgt. Das muss ich ja mal sagen: es nervt ab und zu, dass die Kerle einem hinterherpfeifen, einen von oben bis unten mustern, waehrend sie langsam mit ihren lauten Autos an einem vorbeifahren, aber wenn sie in Kontakt mit einer Frau kommen, sind sie absolut zuvorkommend und hoeflich!!!! Es wird immer das Getraenk nachgeschenkt (bzw definitv gefragt, ob frau noch moechte), Frauen gehen hier als Erste durch die Tuer, und frau wird immer gefragt, ob frau alles hat und ob alles gut ist!

DAS finde ich sonst bislang nur im deutschen Osten, muss ich ja mal sagen!!! :)

Diese Feierei ging bis morgens um halb 5, so dass wir am Montag wieder erst um 12 aus dem Bett gekrochen sind. Dafuer schien uebelst die Sonne, und wird sind zum Puerto Madero gelaufen um dort in der Sonne sitzend meinen neuen Matebecher einzuweihen. Ein echt nettes Eckchen. Die alten Lagerhallen sind renoviert worden und mit Restaurants und Wohnungen bestueckt worden. Halt so wie es mit vielen alten Hafenvierteln gemacht worden ist. Auch merken fuer den Sommer :)

Abends um 22.00 fuhr dann unser Bus gen Córdoba. Wir hatten erst totale Panik, denn um viertel nach 10 war der Bus immer noch nicht da. Naja, und wir doofen Deutsche haetten die Durchsagen niemals verstanden, wenn der Bus von einem anderen Paltz gefahren waere. Ich bin jedenfalls erst ruhig gewesen, als ich um viertel vor 11 im Bus sass :)

Am Dientag um 8.00 morgens endete dann unser kleines Abenteuer „Buenos Aires“ wieder in Córdoba. Es hat mich wirklich sehr beeindruckt, und die Stadt wird mich irgendwann wiedersehen, denn es gibt noch zu viel, das ich dort machen moechte!

Veröffentlicht in:  on August 24, 2006 at 3:37 Kommentar schreiben

Buenos Aires hat gerufen!

Am Freitag abend ging es also mit dem Ueberlandreisebus los gen Osten. Um 22.45 Abfahrt und Ankunft um ca 9.30 am naechsten Morgen. Wir haben mal eben ca 700 km durch 1 Land zurueckgelegt ;) Es ist krass, wass ein paar Breitengrade mehr ausmachen: es war so ziemlich richtig Winter. Wir hatten ca 10 Grad, Wind und bewoelkte Sonne. Samstag abend hat es sogar richtig echt geregnet. So von oben, mit nass werden und so. Das kenn ich ja schon fast garnicht mehr, denn in Córdoba ist die Sonne sehr  zuverlaessig!

Die Stadt ist riesig! Ein Drittel der Landesbevoelkerung lebt in Buenos! Ca 13Millionen. Was fuer eine Zahl. In Córdoba leben 1 Millionen Leute. Samstag morgen fand ich die Stadt beaengstigend, und ich wollte abends gern wieder fahren. Allerdings wandelte sich das Gefuehl ueber den Tag, denn zum einen haben wir und sehr viel erlaufen, so dass man sich sehr damit auseinandersetzen musste, und zum anderen hat die Stadtrundfahrt (3 Stunden fuer 30 Pesos) einen guten Ueberblick verschafft. Diese Stadt ist sehr europaeisch. Das macht es einem vertrauter. Es ist sauberer, es gibt keine Muellsammlerkutschen, die Strassen sind besser gepflegt, die Fussgaengerzone recht sauber und sehr interessant. In Córdoba ist es dagegen sehr laut, hektisch, chaotisch und dreckig. Natuerlich gibt es auch in Buenos die armen Muetter mit Kindern an der Brust, oder bettelnde, barfuessige Kinder, die einem ein schlechtes Gewissen machen. Aber insgesamt sieht man deutlich, dass hier in dieser Stadt das Geld sitzt und ausgegeben wird. Hier gibt es sogar wie in der Tuerkei die nervigen Kaeuferfaenger, die einen in die Ledergeschaefte bringen wollen (Was soll ich mit einer Herrenlederjacke????). Allerdings sind die nur in der Florida (Fussgaengerzone). Als Ausgleich gibt es dort aber auch soooo viele Strassenkuenstler, die was bieten um etwas zu verdienen. Das macht es immer wieder interessant, durch die Zone zu bummeln. Dann hatten wir das Glueck, in einer ganz tollen WG-Wohnung unterzukommen, in der schon 7 andere Multikultis wohnten. Eine Chilenin, ein Mexikaner, 2 Schweizer, ein Oesterreicher, 2 Deutsche. Alle sehr nett! Die haben uns mit allen noetigen Infos versorgt und uns am Sonntag abend mit zu einem Asado anlaesslich Christins Geburtstag genommen. Dort waren auch noch 9 Argentinier (Maennlein und Weiblein). Aber der Reihe nach…

Die Wohnung wird von 2 Maennern vermietet, und jeder ist fuer laengere Aufenthalte herzlich willkommen. Der Nationalitaetenmix macht es dann richtig interessant. Die Zimmer sind grandios, weil Altbau mit hohen Decken, und die Wohnung ist riiiiesig! 9 Zimmer und Freiluftflur ueber den Hinterhof. Ein Traum, guenstig und mitten im Microcentro von Buenos. Die Stadt lag fuer uns direkt vor der Tuer!

(Teil II folgt am Freitag, denn dann gibt es auch den Bericht zu meinem Vorstellungsgespraech, das endlich am Donnerstag auf der Farm stattfinden wird. Nicht boese sein ;)   aber mein Essen ruft)

Veröffentlicht in:  on August 23, 2006 at 2:02 Kommentar schreiben

Buenos Aires ruft

Veröffentlicht in:  on August 18, 2006 at 10:49 Kommentare (2)

Der naechste Tag ohjeeohjee

nein, nein, nicht olé olé!!!

Ich bin heut morgen um 11 aus dem Bett gekrochen und haette schwoeren koennen, dass mich nachts ein LKW ueberfahren hat!

Ich habe Muskelkater vom Reiten. Sehr peinlich!! Meine Rueckenstrecker melden sich heftigst zu Worte und auch meine vernachlaessigte Gesaessmuskulatur meckert laut! Als Entschuldigung kann ich nur vorbringen, dass ich in Deutschland noch nie 7 von 10 km im Galopp zurueckgelegt habe… wer reitet, der weiss, was es heisst, ueber laengere Zeit im leichten Sitz zu stehen ;) Und ich habe leider erst recht spaet gemerkt, dass mein Pferdchen sehr bequem im Sitzen zu galoppieren ist… dadurch wurde „El torro“ (ja, sein Name!!) naemlich noch schneller ;)

Naja, als ich in die Kueche kam, stellte ich dann schnell fest, dass es meinen Maedels auch so ging. Wir sind heut ein Haufen kaputter Leute! :)

Es war ein sehr schoener Morgen, denn das Radio gab „Knockin´ on heavens door“ von G´n´R zum Besten. Ein witziges Gefuehl, denn wir schlichen alle durch die Kueche und bereiteten unser Fruehstueck zu, jeder in seinem kleinen Leiden versunken, und Axl Rose gab alles, unser Leiden laut rausszuschreien!

Wann habt ihr das Lied das letzte Mal gehoert? Ich fand es toll, denn es macht so Spass, es laut zu hoeren und mitzusingen… :)

So, jetzt warten meine 4 Seiten neue Vokablen zu Hause auf mich… morgen werd ich dann die neuen Fotos ins Netz stellen!! Freut euch auf die Panorama-Bilder… sowas gibt es nicht in Deutschland!!!

Adios Chicas y Amigos

Veröffentlicht in:  on August 13, 2006 at 10:39 Kommentare (1)

Cabalgar en las sierras chicas y el asado en la casa de Sara

So nun, heute ist Sonntag… also habe ich gestern mit einem sehr, sehr schoenen Ausflug meine 2. Woche in Argentinien eingeleutet.

Wir sind um 100 in Córdoba losgefahren und um ca 12.00 an unserem Startpunkt angekommen. La Cumbre, ein Ort noerdlich von Córdoba, glaub ich. (ich hab es mir nicht mehr auf der Karte angesehen)

Die Pferde wurden uns gebracht, jeder bekam eins zugeteilt… und los ging es. 4 Maedels, die reitren konnten und 2, die mehr oder weniger das erste Mal auf einem Pferd sassen. Wir sind einen 10 km langen Weg durch ein riesiges Pampa-Gebiet geritten. Der Gaucho und Marco, unser Organisator, kuemmerten sich super gut um die 2 Anfaenger, so dass wir anderen ohne Probleme reiten konnten, wie wir wollten… es gab ja nur einen Weg ;)

Wir durften die Gangarten waehlen, wie es gefiel, also wurde natuerlich immer wieder getestet, wie schnell unsere kleinen Criollos werden konnten. Irgendwann hatten selbst die aus Gewohnheit tranig laufenden Pferdchen gemerkt, dass wir nicht runterfallen und es ernst meinten, wenn wir ihnen zuriefen, dass sie laufen sollten ;) Sie fanden ihren Ehrgeiz, nicht ueberholt zu werden, wenn einer von hinten kam, und es wurde richtig, richtig schnell.

Das tolle an diesen Pferden und den Wegen ist, dass man die Pferde anhalten kann, wenn man den wollen wurde, aber die Wege es einem gestatten, einfach laufen zu lassen. Welkin wuerde vor Unglauben die Fuesse in den Boden rammen, denn die Weite ist unglaublich!

Leider gibt es die neuen Fotos erst morgen, denn hier hab ich keinen funktionierenden USB-Anschluss am Rechner :(

Nach ca 2 Stunden Reiten kamen wir auf einen hohen Berg, von  wo aus die Paragleiter starten. Jenni, Anja und Kathi sind auch geflogen. Ich habe es mir lieber vom sicheren Boden aus angesehen und mir die unglaublich agressive Sonne auf den Pelz scheinen lassen. 25 Grad hatten wir mindestens…

ohhhh… ich hoerte, Ihr feiert grad fast den Wintereinzug? Also, hier sieht der Winter so aus: nachts zwar kuehl, aber tagsueber echt warm fuer T-Shirt und evtl kurze Hose. Allerdings belaecheln uns die Argentinier bestimmt, denn die laufen trotzdem in Pullover und langer Hose ;)

Ja, also auf dem Berg: unglaublicher Ausblick (ihr werdet es auf den Fotos erahnen koenne!), die Weite der Pampa, was mich meiner Entscheidung noch naeher brachte, und am heftigsten: wenn wir kein Wort gesagt haben, war alles einfach…. still…. kein Laut, kein Hintergrundrauschen, keine Voegel! Schliesslich stehen da ja auch keine Baeume.

Ein ganz krasses Gefuehl!

Um 18.00 fanbden wir uns dann in La Cumbre zum Essen ein, und wir haetten auch eine Schlafrunde am Tisch machen koennen. Selbst Marco war kaputt, der diese Anstrengung eigentlich kennt. Wir Maedels hingen jedenfalls alle in den Seilen.

Um 21.00 waren wir wieder im „El Castellito“ und hatten 1 Stunde Zeit um zu duschen und wieder wach zu werden, denn Sara ( unsere profesora de español) hatte uns alle zum Asado eingeladen. Wir waren dann mit ihren Bekannten 11 Leute. Ihr Mann hat eine riesige Schale ueber dem Feuer schichtweise gefuehlt mit: Haehnchenkeulen und Fluegeln, dann Kartoffeln drueber und Gemuese. Alles wurde dann gegahrt und mit viel Wein uebergossen. Fertig war das Essen dann um 0.00 (normale Abendessenszeit in Argentinien!!!!)… und es war so super lecker!!! (Dennis, du haettest deine bestimmt deine Freude dran gehabt!!!)

Um 3 konnten wir uns dann mal langsam davon schleichen… auch das ist eine normale, eigentlich noch viel zu fruehe Zeit zum Heimgehen. Normalerweise gehen die Leute dann grad mal los. Aber das haett ich alte Frau nicht mehr geschafft, denn der Tag hat mich fertig gemacht.

Eigentlich wollten wir um 0.00 zu einem rock nacional-Konzert, aber das das Essen schon vereitelt… mal sehen, ob ich noch in den Genuss von einem Konzert kommen werde.

Veröffentlicht in:  on at 10:26 Kommentare (1)